Nein zu Rudolf Dietz

10 gute Gründe für die Umbenennung

  1. Das Hinweis-Schild ist ein Schildbürgerstreich und keine Lösung! Das Schild ist weder auf Straßenkarten noch auf Adressdatensätzen zu lesen.
  2. Durch eine Straßenbenennung ehren wir den Namensgeber. Rudolf Dietz war Antisemit, Antidemokrat und Nationalsozialist. Er schrieb Hitler verherrlichende und antisemitische Gedichte, ging in Schulen und warb für die NSDAP. Er war nicht nur Mitläufer sondern sehr aktiv. Einer solchen Person steht eine Ehrung und Auszeichnung nicht zu.
  3. Geschichte soll lebendig gehalten werden. Das könnten wir beispielhaft, wenn wir die Straße nach einem Widerstandskämpfer oder gar nach einem deportierten Bad Camberger jüdischen Mitbürger benennen. Dann würden wir keinen Nazi mehr auszeichnen sondern eine zeitgeschichtliche Person, die im Gegensatz zu Rudolf Dietz, für Menschen eingetreten ist oder eben selber Opfer war.
  4. Die Geschichte nicht unter den Teppich kehren. Wenn wir die Straße umbenennen, und die Beweggründe transparent machen, bringen wir zum Nachdenken.
  5. Wenn sich Rechtsextremisten äußern, müssen wir Stellung beziehen. Wir dürfen weder die öffentliche Meinung noch die Straße rechten Kräften überlassen.
  6. Menschen, die selber das Unrecht in der Zeit des Nationalsozialismus erlebt haben, sowie Menschen jüdischen Glaubens und Menschen mit Migrationshintergrund stoßen wir mit diesem Namenspatron vor den Kopf.
  7. Werner Prediger schrieb, wie beschämend er es fand, in seiner Schulklasse die Reden von Rudolf Dietz anhören zu müssen und zu wissen, dass mit ihm zusammen Juden in der Klasse saßen.<
  8. Eine Pilgerstätte für Rechte? Wem oder was möchten wir hier eine Gedenktafel setzen, einem Nazi oder lieber Menschen, die sich für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte eingesetzt haben… Man errichtet nicht ein Gedenkstein zu Ehre eines Diktators sondern zu Ehre und Erinnerung der Opfer. Daher darf auch schlussfolgerichtig ein Straßenname keinem Täter zu Ehre und Erinnerung gereichen.
  9. Unser Umgang mit Geschichte. Beim Thema Nationalsozialismus sollte klar sein, wie wir mit unserem geschichtlichen Erbteil umgehen. Mit der Umbenennung entsorgen wir also nicht unsere unliebsame Vergangenheit, sondern beziehen klar Stellung gegen den Nationalsozialismus.
  10. Ein Mensch ist nicht nur böse oder nur gut. Das mag stimmen und es trifft auf alle Menschen zu, so auch NS-Verbrecher. Sie mögen auch gute, liebenswerte oder nette Seiten gehabt haben, aber das darf kein Argument sein, einen Antisemiten, Nazi und Antidemokraten weiter mit einer Straßennamensgebung zu ehren.
  11. Habt ihr denn keine anderen Probleme? Doch, aber wir sollten dort Rechtsextremismus und Antisemitismus entschlossen entgegen gehen, wo wir ihnen begegnen. In der NS-Zeit gab es genügend Menschen, die sich gesagt haben „was kümmern mich anderer Leuts Probleme“ und haben weggesehen. Aus Bad Camberg wurden circa 70 Menschen deportiert und ermordet. Wir wollen nicht wegsehen!